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Павел Нерлер: Черта еврейской оседлости и русская литература. Pavel Nerler: Der „Ansiedlungsrayon“ und die russische Literatur

7. November, 18:30

Veranstaltung findet in russischer Sprache statt

Павел Нерлер: Черта еврейской оседлости и русская литература

Unter „Ansiedlungsrayon“ versteht man ein seit 1791 existierendes Sondergebiet des Russischen Reiches. Dieses Gebiet war für einen legalen und ständigen Aufenthalt russischer Juden vorgesehen – ein Gegenentwurf zu den so genannten „Kerngebieten“ Russlands, wo Juden nur mit Sonderstatus wohnberechtigt bzw. toleriert waren, darunter Handwerker und Kaufleute bestimmten Grades, Akademiker und einige andere Berufs- bzw. Statusgruppen. Der „Ansiedlungsrayon“ muss einerseits als Zeichen des staatlichen Antisemitismus im Russischen Reich gelten, gleichzeitig aber war er ein „Jyddischland“, eine einmalige Welt des jüdischen „Schtetl“ mit seiner spezifischen Lebensart und Kultur. Die Umgangssprache im „Ansiedlungsrayon“ war Jiddisch, die zweite Sprache, für Kontakte nach außen, war nicht immer Russisch, sondern auch Polnisch oder Deutsch. Deshalb sind verschiedene Typen russischsprachiger Literatur aus dem „Ansiedlungsrayon“ zu unterscheiden: Zum einen die Übersetzungen ins Russische von Werken, die ursprünglich auf Jiddisch geschrieben wurden (Sholom-Alejhem u.a.), zum anderen russischsprachige Werke von jüdischen Autoren, die im Ansiedlungsrayon ansässig waren (I. Newachowitsch, O. Rabinowitsch u.a.) und schließlich russischsprachige Werke aus der Feder von Autoren, die den „Ansiedlungsrayon“ bewusst verlassen hatten (I. Babel, B. Livschitz, O. Mandelstam u.a.). Dabei kommt Odessa eine besondere Rolle zu.

Details

Datum:
7. November
Zeit:
18:30
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

Israelitische Gemeinde Freiburg
Nussmannstraße 14
79098 Freiburg, + Google Karte