Russische Kulturtage 2019

Russische Kulturtage 2019

Kultur – Transfer – Dialog

Einführung

Nicht nur in Zeiten politischer Krisen ist der interkulturelle Austausch unverzichtbar: Russland und Deutschland, Kunst, Theater, Literatur, Film, Ausstellungen, Wissenschaft…

Auch in diesem Jahr bietet das Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität Freiburg e.V. zusammen mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg und zahlreichen Kultureinrichtungen fulminante Wochen des deutsch-russischen Dialogs. Die Kulturtage werden dieses Mal ganz wesentlich vom Internationalen Graduiertenkolleg 1956 „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“ an der Albert-Ludwigs-Universität mitgestaltet.

Die Freiburger Russischen Kulturtage 2019 setzen auf Themen, die bewegen: Vom Schicksal eines russischen Romans in Deutschland (Bulgakows „Der Meister und Margarita“) über reale Begegnungen mit einer jungen Petersburger Tanzgruppe bis hin zu Klassikern des Films („Doktor Schiwago“), aufwühlenden Dokumentarfilmen (etwa über Stalins Schauprozesse), Lesungen zeitgenössischer Autorinnen (etwa von Gusel Jachina, die mit ihrem historischen Debütroman sehr großes Aufsehen sorgte und nun ihr neues Buch über Wolgadeutsche vorstellt), zeitgenössische Kunst, Veranstaltungen für Kinder und nicht zuletzt Musik.

Einer der thematischen Schwerpunkte liegt in der Zeit der 1920er und 1930er Jahre. Damit schließen die Russischen Kulturtage 2019 auch an die Veranstaltungen zum Thema „Russische Revolution“ an, das vor zwei Jahren im Zentrum stand.

 
Margarita Augustin
Leiterin des Kulturprogramms des Zwetajewa-Zentrums.

Prof. Prof. h.c. Dr. Dr. h.c.
Elisabeth Cheauré
Vorsitzende des Zwetajewa-Zentrums für russische Kultur an der Universität Freiburg e.V. und Sprecherin des Internationalen Graduiertenkollegs „Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutschrussische Kontakte im europäischen Kontext“.


Grußwort

Martin W. W. Horn
Oberbürgermeister der Stadt Freiburg

2537 Kilometer trennen Freiburg und Moskau voneinander. Trotzdem sind die Stadt und Russland seit langer Zeit eng verbunden. Bereits der russische Zar Alexander I. heiratete eine gebürtige Badenerin. Auch er selbst hat sich zum Jahreswechsel 1813/14 kurzzeitig in Freiburg aufgehalten. Bekannte Namen der russischen Literaturgeschichte sind ebenfalls nach Freiburg gekommen, wie beispielsweise die Dichterin Marina Zwetajewa. Während ihre an Tuberkulose erkrankte Mutter hier behandelt wurde, hat sie 1904 in Langackern und danach bis im Sommer 1905 im Mädchenpensionat der Schwestern Brink in der Wallstraße gewohnt.

Nach ihr ist auch das Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität e.V. benannt. Seit 2017 richtet es die „Russischen Kulturtage“ aus, die in diesem Jahr unter dem Titel Kultur – Transfer – Dialog stattfinden. Den Austausch zwischen den Kulturen fördern, miteinander kooperieren, sich austauschen und unterhalten – diese Ideen sind auch zentral für die Beziehungen zwischen Freiburg und Russland. Im Rahmen der Kulturtage wird es unter anderem eine Ausstellung über den sowjetischen Schriftsteller Michail Bulgakow geben. Werke wie „Der Meister und Margarita“ sind weit über die russischen Landesgrenzen hinaus bekannt; sein Theaterstück „Die Tage der Turbins“ ist erst diesen Sommer in Freiburg aufgeführt worden.

Die „Russischen Kulturtage 2019“ sind ein eindrucksvoller Beleg für das Interesse der Freiburgerinnen und Freiburger an dem kulturellen Reichtum der russischen Föderation. Ich danke allen Beteiligten, die an der Organisation mitgewirkt haben. Den Veranstaltungen wünsche ich viel Erfolg und ein großes Publikumsinteresse, damit der kulturelle Austausch mit diesem faszinierenden Land trotz der räumlichen Distanz lebendig bleibt. Большое спасибо (Bolschoje spasibo)


Grußwort

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer,
Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Als gemeinsame Unternehmung von Universität und Stadt 2017 gegründet und von vielen engagierten Menschen mit großer Sympathie für die russische Kultur getragen, konnte das Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität Freiburg e.V. bereits vor zwei Jahren vielbeachtete Russische Kulturtage ausrichten, die damals der „Russischen Revolution“ nachspürten.

In diesem Jahr stehen die Russischen Kulturtage unter einem neuen Thema, mit dem auch neue Ziele verfolgt werden. Mit vielen Veranstaltungen sollen die Vernetzungen zwischen der deutschen und der russischen Kultur und damit Kulturtransferprozesse bewusst gemacht und zugleich solche Prozesse stimuliert werden.

Das Zwetajewa-Zentrum stand von Anfang an und in mehrfacher Hinsicht programmatisch im Zeichen des Dialogs: Wissenschaft und Gesellschaft, Universität und Stadt, Deutschland und Russland. Damit ist das Zwetajewa-Zentrum ein vitales Beispiel für eine lebendige Universität, die gerade in jüngster Zeit mit Freude und Verantwortungsbewusstsein ihre „Third Mission“ wahrnimmt, also den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Gesellschaft und die Verantwortung gegenüber dieser Gesellschaft, die diese wissenschaftlichen Institutionen trägt.

Als Rektor der Albert-Ludwigs-Universität bin ich sehr stolz, dass wir mit dem Internationalen Graduiertenkolleg 1956 („Kulturtransfer und ‚kulturelle Identität‘ – Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext“; gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft) ein einzigartiges Projekt haben, in dem wir Promovierende der Universität Freiburg und der Staatlichen Humanwissenschaftlichen Universität in Moskau (RGGU) gemeinsam ausbilden. Diese jungen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erforschen nicht nur Kulturtransferprozesse, sondern sind selbst wichtige Akteure in diesen Prozessen, nicht zuletzt auch bei den Russischen Kulturtagen 2019.

Ich wünsche den Russischen Kulturtagen 2019 großen Erfolg und danke allen Beteiligten, die sich mit so großem Engagement einer Verständigung zwischen Deutschland und Russland widmen! Mein besonderer Dank gilt Elisabeth Cheauré, Margarita Augustin und allen Mitwirkenden, deren Engagement und Leidenschaft hinter der Vitalität des Zwetajewa-Zentrums stehen.


Programmheft

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