MARINA DAVYDOVA. Land of No Return
Es lesen:
Marina Weis (Berlin) und Schauspieler:innen des Theaters Freiburg
Moderation:
Prof. Dr. Elisabeth Cheauré
Übersetzung:
Dr. Jurij Lileev
Wie viele Werke Marina Davydovas ist auch Land of No Return geprägt von ihren eigenen Lebenserfahrungen. Es geht darum, wie sich die Identitäts- und Kulturkonflikte im zerfallenen Sowjetimperium auf das Leben, Denken und Empfinden der einzelnen betroffenen Menschen auswirken. Auf diese Weise erhalten abstrakte historische Prozesse ein Gesicht, es werden unterschiedliche Perspektiven und Einstellungen sichtbar. Die Handlung von Land of No Return erstreckt sich über fast 40 Jahre – vom Ende der 1980er Jahre, kurz vor dem Ende der Sowjetunion, bis zum russischen Überfall auf die Ukraine 2022. Von Baku nach Moskau, von Moskau nach Deutschland verfolgt das Stück den Weg verschiedener Menschen im Exil über Jahrzehnte hinweg; durch die persönlichen Schicksale scheint das Problem der universellen Suche nach Identität und Zugehörigkeit hindurch. Das Stück ist zuvor mit großem Erfolg in Salzburg und beim TRANSART Festival in Bozen aufgeführt worden, die Rechte an der Erstaufführung liegen beim Residenztheater München.
Marina Davydova wurde 1966 in Baku in Aserbaidschan als Tochter eines Armeniers und einer Russin geboren. Im Zuge des Bergkarabachkonflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan verlor sie Ende der 1980er Jahre ihre aserbaidschanische Heimat. Seit den 90er Jahren war Davydova als Theaterkritikerin, Theatermacherin und Kulturredakteurin in Russland tätig; mehrfach gab es Engagements in Deutschland und Österreich. Im März 2022 musste Davydova aus Russland liehen, nachdem sie den russischen Überfall auf die Ukraine verurteilt hatte. 2023 / 24 hatte sie die Schauspielleitung der Salzburger Festspiele inne. Derzeit lebt sie in Berlin.
Lesung in dt. Sprache
Diskussion in russ. Sprache mit Übersetzung
Tickets unter: https://theater.freiburg.de/de_DE/programm/land-of-no-return.1385474?event_date=17931497
Foto: © Marina Davydova.