LITERARISCHER SALON. RILKES RUSSLAND UND ZWETAJEWAS DEUTSCHLAND
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Rilkes Russland‘ vorzustellen, bedeutet eine Annäherung an ein hochidealisiertes Bild eines Landes, das Rilke zweimal bereiste, ja, in das er sogar dauerhaft übersiedeln wollte. Die Eindrücke von Russland haben sich in seinem literarischen Werk und in seinen Briefen eindrücklich niedergeschlagen; emotional blieb Rilke Russland bis zum Ende seines Lebens verbunden. Davon zeugt auch der Briefwechsel zwischen Rilke und Zwetajewa.
Zwetajewa, die 1904/05 in Freiburg lebte, war seit ihrer Kindheit mit der deutschen Kultur vertraut. Viele ihrer Werke greifen deutsche Motive auf, nicht zuletzt auch ihr berühmtes Gedicht „An Deutschland“, mit dem sie noch nach Ausbruch des 1. Weltkrieges ein emphatisches Bekenntnis zur deutschen Kultur formulierte. Genauso leidenschaftlich distanzierte sich Zwetajewa später dann von Deutschland, nachdem Hitler in ihr geliebtes Tschechien einmarschiert war.
Der in der Weltliteratur einzigartige Briefwechsel zwischen Rilke und Zwetajewa, die sich im realen Leben nie begegnet sind, ist ein beeindruckendes Beispiel wechselseitiger Projektionen.
Konzeption und Kommentar: Prof. Dr. Elisabeth Cheauré
Rezitation: Renate Obermaier, Heinzl Spagl
Musik: Natalia Barannikova
Anmeldung: per Mail an info@fundevogel.de
Eintrittskarten: 15 €, ermäßigt 10 €, über Fundevogel
Bilder: Wikicommons
