Vernissage. AUSSTELLUNG: Anklage: „Armenier! ” Spuren sowjetischer Vergangenheit und FOTOAUSSTELLUNG VON MICHEL ABESSER: Zement und Gedächtnis
Anklage: „Armenier! ” Spuren sowjetischer VergangenheitDie Ausstellung „Anklage: ‚Armenier!‘“ zeigt anhand von Chroniken, Dokumenten und persönlichen Schicksalen, wie sich die Sowjetisierung und der staatliche Terror in der UdSSR auf das nationale Bewusstsein der Armenier ausgewirkt haben und bis heute die Erinnerungskultur an die Sowjetzeit bestimmen.
Zugleich steht die tragische Geschichte der Armenier in der UdSSR oft im Schatten anderer, weitaus bekannterer Katastrophen der Sowjetzeit: vom GULag bis zum Terror gegen „nationale Minderheiten“. So stellt die Deportation der Armenier im Jahr 1949 bis heute sogar in der wissenschaftlichen Forschung oft noch ein Randthema dar. In dieser Ausstellung wird versucht, alle wichtigen Ereignisse der komplexen Geschichte Sowjetarmeniens zu reflektieren.
Kuratorin:
Anna Margolis, Wissenschaftlerin und Künstlerin, wurde in Moskau geboren und lebt heute in Jerewan. Seit über einem Jahrzehnt arbeitet sie zusammen mit der Menschenrechtsorganisation Memorial an Projekten, die sich mit Erinnerung, Ego-Dokumenten und der Kartierung von Orten des sowjetischen Terrors befassen. In jüngster Zeit setzt sich Anna Margolis vor allem mit der komplexen Vergangenheit Armeniens auseinander (s. 04. 12. 2025, Diskussion: NAREK SUKIASYAN, ANNA MARGOLIS, MICHEL ABESSER).
Kooperationen: WOG, Kommunales Kino, Hazarashen Armenian Center for Ethnological Studies, CRF Center for Rights and Freedom, d’Arvestanots, HayArt Centre, KulturDialog Armenien
Foto: privat.
FOTOAUSSTELLUNG VON MICHEL ABESSER. Zement und GedächtnisDie Fotoausstellung „Zement und Gedächtnis“ erkundet die Stadtlandschaft von Armeniens Hauptstadt Jerewan, ihre Materialität, ihren sozialen Puls und die unterschiedlichen Schichten ihrer Vergangenheit.
Michel Abeßer nähert sich der Stadt dabei aus einer Außenseiterperspektive mit analogen und digitalen Fotografien und betrachtet sie durch visuelle Querschnitte. Dabei fragt er nach Spannungsfeldern zwischen postsozialistischem Aufbruch und Tradition, dem „Sowjetischen“ und „Nationalen“ im städtischen Raum, sowie dem Charakter als Ort des Exils und Herz der Nation.
PD Dr. Michel Abeßer ist Akademischer Rat am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Universität Freiburg und Fotograf. Er hat sich in seiner Forschung zunächst intensiv mit sowjetischer Kultur- und Alltagsgeschichte auseinandergesetzt und ein Buch zum Jazz in der Sowjetunion nach 1953 herausgebracht. Gegenwärtig beschäftigt er sich mit der multiethnischen Geschichte des Schwarzmeerraums und seiner Wirtschaft und arbeitet an einer Studie zur Geschichte des südlichen Don-Gebietes.
Kooperationen: Kommunales Kino, DGO, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte
Foto: © Michel Abeßer.
Eintritt frei