SERGEJ LEBEDEW. Nein! Stimmen aus Russland gegen den Krieg
Die von Sergej Lebedew herausgegebene Anthologie Nein! Stimmen aus Russland gegen den Krieg umfasst Texte von fünfundzwanzig russischen Autorinnen und Autoren, die teils im westlichen Ausland leben, teils noch in Russland. Alle Texte sind nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 entstanden. Es ist ein Versuch, Stimmen der Opposition zu bündeln angesichts einer Situation, in der das Zusammenspiel von Zensur, übermächtiger Propaganda und tief verwurzelten imperialen Narrativen ein kritisches Denken in Russland fast unmöglich macht. Stimmen von politisch Verfolgten und Geflohenen werden hörbar. Es geht aber auch darum, wie die Propaganda zur Kollaboration mit den Mächtigen (ver)führt, wie ganze Familien über der Frage nach dem Krieg entzweit werden. Nicht zuletzt ist die verstärkte Verfolgung sprachlicher, nationaler, sexueller und religiöser Minderheiten in Russland ein Thema.
Sergej Lebedew (*1981) entstammt einer sowjetischen Geologenfamilie. Schon in seiner Kindheit stieß er bei der Mineraliensuche in aufgelassenen Minen auf Spuren von Lagern des GULag. Nach dem Studium der Geologie arbeitete Lebedew als Journalist. Gegenstand seiner Romane ist die russische Vergangenheit, insbesondere die Stalin- Zeit mit ihren Folgen für das moderne Russland. Lebedew lebt seit 2018 in Potsdam.
Bei S. FISCHER sind erschienen: Der Himmel auf ihren Schultern (2013), Das perfekte Gift (2021), Titan oder Die Gespenster der Vergangenheit (2023) , Die Beschützerin (2025).
Moderation: Prof. Dr. Elisabeth Cheauré
Übersetzung: Dr. habil. Nataliya Bakshi
Lesung: Renate Obermaier und Heinzl Spagl
Eintritt frei
Abbildung: © Rowohlt Verlag.