SAJAT NOVA (Die Farbe des Granatapfels). Regie: Sergei ParadschanowERÖFFNUNG: ARMENISCHE FILMREIHE IN KOKI
Begrüßung:
Sona Harutyunyan, HayArt Centre, Jerewan
Einführung:
Gari Vanisian (geb. 1987) ist Autor, Filmemacher und Kurator. Von 2018 bis 2020 war er Filmprogrammgestalter am Kino Arsenal in Berlin und moderierte beim Berlinale Forum. Seine Filmtexte erscheinen u. a. bei epd Film, Der Freitag und kolik.film. Mitbegründer des Filmkollektivs Frankfurt. Publ.: Heimat in der Fremde – Transnationales armenisches Kino (September 2024).
Die Farbe des Granatapfels | Regie: Sergei Paradschanow | UdSSR (Armenische SSR) | 1969 | 73 Min. | OmU
Ein Film der Tableaux vivants, der bewegten Stillleben und kunstvollen Kompositionen aus Kleidern, Teppichen, Büchern, Blumen, Tieren und Menschen. In einer Fülle von Bildern – mal surrealistisch, mal ironisch, immer opulent-exzessiv – zeichnet der armenischgeorgische Bildvirtuose Paradschanow das poetische Universum des armenischen Lyrikers, Dichters, Komponisten und Sängers Arathin Sayadin nach, der im 18. Jahrhundert zunächst an einem Königshof lebte und später als fahrender Sänger durch die Lande zog.
SAJAT NOVA (Die Farbe des Granatapfels) gehört heute zu den zentralen Werken der Filmgeschichte. Damals brandmarkten die sowjetischen Filmbehörden den Film und unterbanden dessen Verleih. Erst Jahre später kam SAJAT NOVA in einer bearbeiteten Version in die Kinos, wir zeigen die restaurierte Fassung.
Sergei Paradschanow (1924 – 1990) war Filmemacher, bildender Künstler, Musiker und Autor. Als Sohn armenischer Eltern in Tbilissi geboren und aufgewachsen, ist Paradschanow eine der faszinierendsten Figuren des Kinos des 20. Jahrhunderts. Er arbeitete zu Sowjetzeiten in der Ukraine, in Georgien, Armenien und Aserbaidschan. Seine Filme sind von den Kulturen, Traditionen, Folkloren und Mythen dieser Länder durchdrungen und beeindrucken mit ihren komplexen Bildkompositionen sowie mit ihrer radikal freien filmischen Form. Ab Mitte der 60er Jahre international als herausragender Filmemacher gefeiert, stießen Paradschanows künstlerischer Wagemut und die kulturelle Vielstimmigkeit seiner Filme in der Sowjetunion auf Ablehnung. Auf Zensureingriffe folgten Gerichtsverhandlungen, Gefängnisaufenthalte und Arbeitsverbot. Zwei Jahre nach Fertigstellung seines letzten Films und seiner ersten und letzten Auslandsreise mit Retrospektiven in Rotterdam, München und Paris starb Paradschanow 1990.
Eintritt: 8 € / ermäßigt: 5 €
Tickets unter: https://www.koki-freiburg.de/
Abbildung: Filmstill aus Die Farbe des Granatapfels.