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Lässt sich das koloniale Russland abschaffen? DIRK UFFELMANN, PAWEŁ ZAJAS

10. Juni, 18:15

Dass das Moskowiterreich, das Zarenreich, die Sowjetunion und das Putin’sche Russland expansive Kolonisierungspolitik betrieben und betreiben, dürfte kaum bezweifelt werden. Welches aber ist der Beitrag der Kultur dazu, nicht zuletzt der viel beschworenen „großen russischen Literatur“? Den russländischen Eliten ist – gerade aus Polen und der Ukraine – vorgehalten worden, sich dem Imperium als Komplizen angedient zu haben. Der Vortrag diskutiert postkoloniale Perspektiven auf die Frage einer Mitschuld der kulturellen Eliten an innerer und äußerer Kolonisierung, an russischen Angriffskriegen und Tendenzen zum Völkermord. Gilt es, um der Dekolonisierung der Ukraine und der Russlandkunde willen, nicht bloß Putin-Freunde von den Konzertbühnen der Welt zu verbannen, sondern auch Puškin- und Tolstoj-Denkmäler zu schleifen und russischsprachige Bücher aus ukrainischen Bibliotheken zu entfernen? Wie lässt sich die epistemische Ungerechtigkeit des Russozentrismus überwinden und russische Geschichte – in Analogie zur eurozentrischen – „provinzialisieren“?

Prof. Dr. Paweł Zajas, seit 2010 Professor am Department of Dutch and South African Studies der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, wo er zu niederländischer und Afrikaans-Literatur
ebenso forscht wie zu Fragen der Kultur- und Literaturtheorie, des Kulturtransfers und der Kulturpolitik. Zajas arbeitet seit 2007 auch als Research fellow an der University of Pretoria, South Africa, und ist Mitglied der South African Academy of Science sowie der Maatschappij der Nederlandse Letterkunde.

Prof. Dr. Dirk Uffelmann, Professor für Slavische Literaturwissenschaft (Ost- und Westslavistik) an die Justus-Liebig-Universität Gießen und seit 2025 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 1999 wurde er mit einer Arbeit über Die russische Kulturosophie. Logik und Axiologie der Argumentation promoviert. Nach der Habilitation
(Der erniedrigte Christus. Metaphern und Metonymien in der russischen Kultur und Literatur) wurde Uffelmann Professor an der Universität Passau, seit 2019 ist er in Gießen tätig.

Universität Freiburg, KG I, HS 1016

Details

Datum:
10. Juni
Zeit:
18:15
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Zwetajewa-Zentrum an der Universität Freiburg e.V.
DFG GRK 2571 Imperien
DGO

Veranstaltungsort

Universität Freiburg, KG I, HS 1016
Platz der Universität 3
Freiburg, 79098
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