JULIA WOLRAB. Zwangsarbeit von Osteuropäer:innen und die Frage des Nachlebens nach 1945. Führung im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus der Museen Freiburg
Im März 2025 eröffnete das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) der Museen Freiburg als ein Haus, das sich erstmals dauerhaft der Aufarbeitung und Vermittlung sowie der lokalen und regionalen Geschichte der NSDiktatur widmet. Das Thema Zwangsarbeit wurde in der Aufarbeitung lange Zeit wenig beachtet. In Freiburg führte erst eine Veröffentlichung des Stadtarchivs im Jahr 2003 zu einer größeren Sichtbarkeit der Thematik. Dabei unterschieden sich die (Lebens-)Bedingungen von Zwangsarbeiter: innen teilweise massiv und basierten auf den rassistischen Zuschreibungen der Nationalsozialist:innen. Als „Untermenschen“ diffamiert, hatten Osteuropäer:innen die schlechtesten Überlebenschancen. Die Führung beleuchtet spezifische Biografien von Zwangsarbeiter:innen aus Osteuropa und nimmt dabei auf die komplexe Frage des Nachlebens nach 1945 Bezug, die auch von der Angst einer „doppelten Verfolgung“ im stalinistischen Russland geprägt war. Die Führung wird angeboten von der wissenschaftlichen Leiterin des DZNS, Julia Wolrab.
Julia Wolrab studierte Geschichte, Islamwissenschaften und Public History in Freiburg und Berlin. Sie arbeitete als wissenschaftliche Referentin für Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V. 2019 legte sie im Auftrag der Stadt Freiburg eine wissenschaftliche Dokumentation zu den eigentumsrechtlichen Verhältnissen am Platz der Alten Synagoge vor. Seit 1. Oktober 2020 ist sie die wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus der Museen Freiburg.
Dauer: ca. 90 Min
Tickets: https://www.museen-freiburg.de/shop/veranstaltungen/dzns-%C3%B6f
Hinweis: max. 15 Personen pro Führung
Weiterer Termin: Do. 15.01.2026, 14:00
Foto: Sowjetische Zwangsarbeiterinnen in Freiburger Gärtnerei (ca. 1943), © Memorial.