IWANS KINDHEIT. Regie: Andrej Tarkowskij. Film mit Einführung
Sowjetunion 1962, OmU, 96 Min.
Buch: Andrej Tarkowskij, Andrej Konchalowskij / Kamera: Wadim Jussow / Schnitt: Ljudmila Feiginowa
Tarkowskij schildert die Zerstörung einer Kindheit durch den Krieg. Der 12-jährige Iwan (sein Vater ist gefallen, die Mutter verschollen) stößt während des Zweiten Weltkrieges im Dnjepr- Gebiet zur Roten Armee und betätigt sich als Späher sowie als Kurier zwischen Roter Armee und Partisanen; er widersetzt sich allen Versuchen, ihn ins Hinterland zu schicken. Eines Tages kehrt er von einem Erkundungsgang hinter die feindlichen Linien nicht zurück.
Iwans Kindheit ist ein Antikriegsfilm ungewöhnlicher Art: Ständig überlagert sich in ihm das manifeste Geschehen mit Träumen, Erinnerungen, Phantasien. Ein imaginärer Bereich entfaltet sich, der meist aus Gegenbildern zur Wirklichkeit besteht, Bildern der vom Krieg nicht tangierten Kindheit, Erinnerungen an die Mutter und Schwester, in denen sich Projektionen des Glücks mit unheimlichen surrealistischen Chiffren vermischen.
Tarkowskij liefert mit Iwans Kindheit das Manifest einer neuen poetischen Kinematographie, für sein Spielfilmdebüt bekam er den Goldenen Löwen – den Hauptpreis der Filmfestspiele von Venedig.
Einführung: Olga Ulybysheva
Filmstill: Iwans Kindheit
