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SUMMARY:Lässt sich das koloniale Russland abschaffen? DIRK UFFELMANN\, PAWEŁ ZAJAS
DESCRIPTION:Dass das Moskowiterreich\, das Zarenreich\, die Sowjetunion und das Putin’sche Russland expansive Kolonisierungspolitik betrieben und betreiben\, dürfte kaum bezweifelt werden. Welches aber ist der Beitrag der Kultur dazu\, nicht zuletzt der viel beschworenen „großen russischen Literatur“? Den russländischen Eliten ist – gerade aus Polen und der Ukraine – vorgehalten worden\, sich dem Imperium als Komplizen angedient zu haben. Der Vortrag diskutiert postkoloniale Perspektiven auf die Frage einer Mitschuld der kulturellen Eliten an innerer und äußerer Kolonisierung\, an russischen Angriffskriegen und Tendenzen zum Völkermord. Gilt es\, um der Dekolonisierung der Ukraine und der Russlandkunde willen\, nicht bloß Putin-Freunde von den Konzertbühnen der Welt zu verbannen\, sondern auch Puškin- und Tolstoj-Denkmäler zu schleifen und russischsprachige Bücher aus ukrainischen Bibliotheken zu entfernen? Wie lässt sich die epistemische Ungerechtigkeit des Russozentrismus überwinden und russische Geschichte – in Analogie zur eurozentrischen – „provinzialisieren“? \nProf. Dr. Paweł Zajas\, seit 2010 Professor am Department of Dutch and South African Studies der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań\, wo er zu niederländischer und Afrikaans-Literatur\nebenso forscht wie zu Fragen der Kultur- und Literaturtheorie\, des Kulturtransfers und der Kulturpolitik. Zajas arbeitet seit 2007 auch als Research fellow an der University of Pretoria\, South Africa\, und ist Mitglied der South African Academy of Science sowie der Maatschappij der Nederlandse Letterkunde. \nProf. Dr. Dirk Uffelmann\, Professor für Slavische Literaturwissenschaft (Ost- und Westslavistik) an die Justus-Liebig-Universität Gießen und seit 2025 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. 1999 wurde er mit einer Arbeit über Die russische Kulturosophie. Logik und Axiologie der Argumentation promoviert. Nach der Habilitation\n(Der erniedrigte Christus. Metaphern und Metonymien in der russischen Kultur und Literatur) wurde Uffelmann Professor an der Universität Passau\, seit 2019 ist er in Gießen tätig. \nUniversität Freiburg\, KG I\, HS 1016
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SUMMARY:The Nation as Colony. VERONIKA ZABLOTSKY
DESCRIPTION:Diaspora and Development in the Armenian Republic\nThe ambivalent positioning of Armenians as intermediaries between „East“ and „West“ shaped histories of displacement and resettlement in the borderlands of West Asia. Moving across trans-imperial geographies – from the Indian Ocean to the Mediterranean and the North Atlantic – this lecture zooms in on key conjunctures at which colonial logics of race\, empire\, and development disarticulated place-based Armenian claims to Indigeneity while informing political imaginaries of the Armenian nation as a kind of colony. After discussing the entanglements of colonial British colonial property\, international humanitarian interventions\, Soviet emancipation projects\, and neoliberal development in post-Soviet Armenia\, the lecture introduces the speaker’s original concept of „developmentality” to theorize a seemingly enduring rationality of government that exceeds the state and operates through diasporic investment. \nWhat emerges is a critical rethinking of diaspora not as a condition to be resolved through national reconstitution but a generative form of fragmentation that opens onto political futures in and beyond Armenia\, reimagined through a postcolonial feminist lens. \nEinführung\, Moderation und Organisation: Dr. Melanie Altanian \nDr. Veronika Zablotsky ist politische Theoretikerin und forscht zu globaler Migrations- und Imperialgeschichte\, transnationaler Solidarität und sozialen Bewegungen\, sowie Neoliberalismus und Diaspora im post-sowjetischen Raum. Sie lehrte zuletzt am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. Zu ihren Veröffentlichungen zählen der Sammelband The Epistemic Injustice of Genocide Denialism (Routledge\, 2024) sowie das Buchkapitel „Rethinking the Right to Know and the Case for Restorative Epistemic Reparation” (Journal of Social Philosophy\, 2024). \nDr. Melanie Altanian ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für Erkenntnistheorie und Wissenschaftsphilosophie am University College Freiburg. Dort lehrt und forscht sie unter anderem in den Bereichen politische Erkenntnistheorie\, Moral- und Sozialphilosophie\, insbesondere zu Fragen epistemischer Ungerechtigkeit und schädlicher Unwissenheit. Zu ihren Veröffentlichungen zählen die Monografie The Epistemic Injustice of Genocide Denialism (Routledge\, 2024) sowie der Zeitschriftenartikel „Rethinking the Right to Know and the Case for Restorative Epistemic Reparation” (Journal of Social Philosophy\, 2024). \nBild: © Sara Bahadori \n 
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SUMMARY:Multidirektionale Erinnerung? GERHARD SPANEY
DESCRIPTION:In der Buchvorstellung wird die Verarbeitung des Armenien-Genozids an drei Beispielen der deutschen Gegenwartsliteratur präsentiert:\nEdgar Hilsenrath („Das Märchen vom letzten Gedanken“)\nJakob Hein („Die Orientmission des Leutnant Stern“)\nKaterina Poladjan („Hier sind Löwen“) \nGerhard Spaney ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache und Literatur an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Gegenwartsliteratur\, transkulturelle Themen sowie Drama und Theater. \nBild: Demonstration „Genozid 1915 – Initiative Deutschland“ in Berlin am 25.04.2015\n(wikicommons)
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SUMMARY:Sowjetarmenien 1988. Widerstand aus der Sicht einer Ausländerin. ELISABETH CHEAURÉ
DESCRIPTION:Eine Exkursion durch mehrere Republiken der Sowjetunion\, als sich das Land in Agonie befand\, führte Professoren und Studierende aus Deutschland auch nach Armenien\, damals von massiven Protesten erschüttert. Beeindruckt von der Vielfalt der Themen und der Intensität des Aufruhrs im Land\, dokumentierte die Amateur-Fotografin Elisabeth Cheauré einige der Protestplakate und schrieb anschließend einen großen Aufsatz über die Ereignisse. Nun\, fast vier Jahrzehnte später\, soll das Geschehen noch einmal reflektiert werden. \nDer Vortrag wurde für das Deutsch-Armenische Festival (März 2026) in Eriwan erarbeitet und zunächst in russischer Sprache an der Nationalen Akademie der Wissenschaften gehalten. Dort erfolgt erst in jüngerer Zeit eine wissenschaftliche Aufarbeitung jener Ereignisse in den späten 1980er Jahren\, die schließlich in die Unabhängigkeit Armeniens mündeten. \nProf. Dr. Elisabeth Cheauré\, emeritierte Professorin an der Universität Freiburg\, initiierte 2016 zusammen mit der Universität\, der Stadt Freiburg\, herausragenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Wissenschaftler*innen das Zwetajewa-Zentrum an der Universität Freiburg e.V.\, das sie seit der Gründung auch als Vorsitzende leitet. \nBild: © E. Cheauré
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