{"id":7671,"date":"2025-05-25T17:15:05","date_gmt":"2025-05-25T15:15:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=7671"},"modified":"2025-06-26T15:12:49","modified_gmt":"2025-06-26T13:12:49","slug":"die-kunst-der-anamnese-krankheit-und-erkenntnis-in-tschechows-erzaehlung-der-schwarze-moench-wolfgang-kissel","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/veranstaltung\/die-kunst-der-anamnese-krankheit-und-erkenntnis-in-tschechows-erzaehlung-der-schwarze-moench-wolfgang-kissel\/","title":{"rendered":"\u201eDie Kunst der Anamnese: Krankheit und Erkenntnis in Tschechows Erz\u00e4hlung Der schwarze M\u00f6nch\u201c. Wolfgang Kissel"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Internationale Tschechow-Woche. Badenweiler 2025<\/strong><\/h4>\n<h3><strong>\u00bbErinnerungen\u00ab<\/strong><\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7650 alignright\" src=\"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/T_Woche-2025flyer_web8fina-3.jpeg\" alt=\"\" width=\"204\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/T_Woche-2025flyer_web8fina-3.jpeg 129w, https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/T_Woche-2025flyer_web8fina-3-9x12.jpeg 9w\" sizes=\"(max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/>Vortrag von <strong>Prof. Dr. Wolfgang Kissel<\/strong> (Bremen)<\/p>\n<p>Die Erz\u00e4hlung Der schwarze M\u00f6nch (1894) hat Anton Tschechow selbst in einem Brief als \u201eFallgeschichte einer Erkrankung\u201c bezeichnet. Dargestellt werde ein Fall von Gr\u00f6\u00dfenwahn. Die Erz\u00e4hlung hat zu zahlreichen Interpretationsversuchen angeregt, so dass mittlerweile eine umfangreiche Forschungsliteratur vorliegt. Am Beginn der Erz\u00e4hlung erleidet der Magister Andrej Kowrin infolge von \u00dcberarbeitung eine Nervenkrise. Zur Erholung begibt er sich auf \u00a0ein Landgut, das der befreundete G\u00e4rtner Pessozki und dessen Tochter Tanja bewirtschaften, die ihn beide als bedeutenden Gelehrten verehren. Unter dem Einfluss des weitl\u00e4ufigen Parks und der allabendlichen Hauskonzerte verst\u00e4rken sich seine psychischen Symptome, und er halluziniert das Erscheinen eines \u201eschwarzen M\u00f6nchs\u201c, der ihm einredet, ein Genie zu sein. W\u00e4hrend sich sein Gr\u00f6\u00dfenwahn allm\u00e4hlich verfestigt, beginnt Kowrin eine Liebschaft mit Tanja und heiratet sie. Bald nach der Eheschlie\u00dfung entdeckt sie seine Krankheit und \u00fcberzeugt ihn, sich therapieren zu lassen. Die Therapie hat Erfolg, doch der geheilte Patient zerst\u00f6rt aus Verbitterung die Beziehung zu Frau und Schwiegervater. Gegen Schluss der Erz\u00e4hlung erlebt der mittlerweile an Tuberkulose erkrankte Kowrin auf der Krim eine letzte Halluzination und verstirbt in der \u00dcberzeugung seiner Genialit\u00e4t. Im Vortrag soll die These vertreten werden, dass die Erz\u00e4hlung sich an neuen Prinzipien einer wissenschaftlichen Anamnese orientiert, die Tschechow in der Schule seines Moskauer Universit\u00e4tslehrers Grigori Zacharin kennengelernt hatte. Dieser vermittelte seinen Studenten die gezielte Befragung der Patienten, die die Vorgeschichte der Erkrankung (re)konstruieren und schriftlich fixieren sollte. Tschechows Kunst der Anamnese f\u00fchrt medizinisches Wissen und Literatur in neuartiger Weise zusammen. In einem einzigartigen literarischen Experiment entsteht die psychische Erkrankung aus Konflikten zwischen K\u00f6rper und Geist und zwischen Gesellschaft und Individuum.<\/p>\n<p>Abendkasse:15 \u20ac, Kurkarte oder DTG-Mitglied: 13 \u20ac, Sch\u00fclerInnen \/<br \/>\nStudierende: 8 \u20ac<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Tschechow-Woche. Badenweiler 2025 \u00bbErinnerungen\u00ab Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Kissel (Bremen) Die Erz\u00e4hlung Der schwarze M\u00f6nch (1894) hat Anton Tschechow selbst in einem Brief als \u201eFallgeschichte einer Erkrankung\u201c bezeichnet. 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