{"id":6607,"date":"2024-02-19T20:00:23","date_gmt":"2024-02-19T19:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=6607"},"modified":"2024-03-07T11:37:40","modified_gmt":"2024-03-07T10:37:40","slug":"vom-nebel-des-kriegs-ausstellung","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/veranstaltung\/vom-nebel-des-kriegs-ausstellung\/","title":{"rendered":"<img class=\"zz-mini-event-logo\" src=\"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/logo_zwetajewa-zentrum-mikro.png\"> Vom Nebel des Kriegs. Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p class=\"x_MsoNormal\"><strong>Eine internationale Kunstausstellung des Goethe-Zentrums Baku in Kooperation mit dem Zwetajewa-Zentrums an der Universit\u00e4t Freiburg e.V.<\/strong><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><strong>8.3.-5.4.2024 (Montag &#8211; Freitag 9-17 Uhr, donnerstag 9-18 Uhr)<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"font-weight: 400;\">Die Ausstellung<\/h3>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6662 alignright\" src=\"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/00_Plakat-1.jpg\" alt=\"\" width=\"680\" height=\"404\" srcset=\"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/00_Plakat-1.jpg 680w, https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/00_Plakat-1-480x285.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 680px, 100vw\" \/>Das vorliegende Projekt vereint K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler der Region Osteuropa und Zentralasien sowie aus Deutschland und Westeuropa in einer Ausstellung, welche ganz subjektive Ann\u00e4herungen an die Trag\u00f6die des Kriegs erlaubt. Dabei geht es weniger um dokumentarische Reportagen als um Einblicke in die conditio humana an sich, also um der \u201cSeelen Schatz, der so vielen abgezwungen wurde\u201d wie Andreas Gryphius in seinem Sonett \u201cTr\u00e4nen des Vaterlands\u201d mitten im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg klagt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielleicht gelingt es ihnen sogar, im symbolischen Raum der Kunst \u201cdie Toten zu wecken und das Zerschlagene zusammenzuf\u00fcgen\u201d, wie Walter Benjamin dem Engel in Paul Klees Zeichnung \u201cAngelus Novus\u201d zuruft.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als Kulturinstitut wollen wir die Deutung des Geschehens nicht allein den Politikern, Gener\u00e4len und Journalisten \u00fcberlassen, sondern dem unbestechlichen Blick der Kunst aussetzen, in der Hoffnung, dass sich der Nebel des Kriegs etwas lichten m\u00f6ge.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>&#8222;Der Krieg ist das Gebiet der Ungewi\u00dfheit; drei Vierteile derjenigen Dinge, worauf das Handeln im Kriege gebaut wird, liegen im Nebel einer mehr oder weniger gro\u00dfen Ungewi\u00dfheit&#8220;<\/em>, Carl von Clausewitz, Vom Kriege (1816-30)<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Viele L\u00e4nder Osteuropas sind in den letzten Jahren von Kriegsereignissen unterschiedlicher Intensit\u00e4t heimgesucht worden. Als Folge der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion gab es eine schwindelerregende Kaskade von bewaffneten Konflikten in Tschetschenien, in der Republik Moldau, (Transnistrien), Georgien (Abchasien und S\u00fcdossetien), Armenien und Aserbaidschan (Berg-Karabach), Belarus, Kasachstan und nun zum wiederholten Male und als tragischer Gipfel in der Ukraine, wobei in allen F\u00e4llen Russland als Hauptprotagonist beteiligt war. Fast immer ging es dabei um Territorial- und Nationalit\u00e4tsfragen, wie sie im 19. Jahrhundert oder gar noch fr\u00fcher formuliert wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In seinem Kriegstagebuch (1917-22) ahnte der sowjetische Literaturtheoretiker Viktor Schklowskij kommendes Unheil: \u201cAus dem leeren, schwarzen Russland wehte ein schwarzer Luftzug her\u00fcber, der Luftzug des Wahns\u201d.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die kriegerischen Handlungen werden dabei unweigerlich von gegenseitigen Schuldzuweisungen, bizarren historischen Begr\u00fcndungen und haarstr\u00e4ubender, von Nationalismus und Revanchismus triefender Rhetorik begleitet, so dass die Wahrheit in einer undurchdringlichen Nebelwand verschwindet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ebenso unkalkulierbar sind die ungeahnten internationalen Verwicklungen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Was \u00fcber Jahrzehnte aufgebaut wurde, bricht nun \u00fcber Nacht zusammen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00dcber allem t\u00fcrmt sich aber unermessliches menschliches Leid.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In seinem Traktat \u201cZum ewigen Frieden\u201d setzt Kant dem Krieg eine \u201crepublikanische Verfassung\u201d der Staaten entgegen. Nur sie kann den Frieden garantieren, denn wenn die B\u00fcrger selbst \u00fcber die \u201cDrangsale des Kriegs\u201d befinden d\u00fcrfen, werden sie kaum \u201cein so schlimmes Spiel\u201d beginnen wollen. Wenn aber der B\u00fcrger Untertan ist und der Pr\u00e4sident sich als \u201cStaatseigent\u00fcmer\u201d versteht, sind dem Krieg und der Willk\u00fcr T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Angesichts dieser Asymmetrie im politischen Denken fragen sich nun die westlichen Gesellschaften, ob sie bei allem lobenswerten Pazifismus nicht doch gut beraten w\u00e4ren, sich ein Mindestma\u00df an Wehrhaftigkeit zu erhalten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn der Ukraine-Krieg einerseits unmenschliche Barbarei zu Tage f\u00f6rdert, dann offenbart er andererseits auch in der Zivilbev\u00f6lkerung Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und heldenhaften Mut.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein noch nicht ausgemachter milit\u00e4rischer Erfolg der einen Seite kann den moralischen Sieg der anderen Seite nicht aufhalten.<\/p>\n<h3>K\u00fcnstler*innen<\/h3>\n<p><strong>Karo Akpokiere <\/strong>(Nigerien \u2044 Deutschland)<\/p>\n<p><strong>Orkhan Huseynov <\/strong>(Aserbaidschan)<\/p>\n<p><strong>Verena Issel <\/strong>(Norwegen \u2044 Deutschland)<\/p>\n<p><strong>Nikita Kadan <\/strong>(Ukraine)<\/p>\n<p><strong>Dmytro Kozatskyi <\/strong>(Ukraine)<\/p>\n<p><strong>Maria Kulikovska <\/strong>(Ukraine)<\/p>\n<p><strong>Sipa Labakhua &amp; Levan Varazi <\/strong>(Sokhum\/i | Tbilisi)<\/p>\n<p><strong>Almagul Menlibayeva <\/strong>(Kasachstan \u2044 Deutschland)<\/p>\n<p><strong>Sabina Shikhlinskaya <\/strong>(Aserbaidschan)<\/p>\n<p><strong>Saule Suleimenova <\/strong>(Kasachstan)<\/p>\n<p><strong>Frank Thiel <\/strong>(Deutschland)<\/p>\n<h3>Kurator<\/h3>\n<p><strong>Alfons Hug<\/strong><\/p>\n<p><em>Eine internationale Kunstausstellung des Goethe-Zentrums Baku in Kooperation mit dem Zwetajewa-Zentrums an der Universit\u00e4t Freiburg e.V.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine internationale Kunstausstellung des Goethe-Zentrums Baku in Kooperation mit dem Zwetajewa-Zentrums an der Universit\u00e4t Freiburg e.V. 8.3.-5.4.2024 (Montag &#8211; Freitag 9-17 Uhr, donnerstag 9-18 Uhr) Die Ausstellung Das vorliegende Projekt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","_tribe_events_status":"","_tribe_events_status_reason":"","footnotes":""},"tags":[],"tribe_events_cat":[],"class_list":["post-6607","tribe_events","type-tribe_events","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/6607","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/tribe_events"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/6607\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6667,"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/6607\/revisions\/6667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6607"},{"taxonomy":"tribe_events_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zwetajewa-zentrum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events_cat?post=6607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}